Zum vierten Mal in Folge organisierte die Päpstliche Katholische Universität von Valparaíso die Jornadas Alemanas („Deutschen Tage“), die in diesem Jahr 2025 vom 9. bis 12. Oktober in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso stattfanden. Die Koordination der Veranstaltungsreihe lag erneut in den Händen von Alina Neumeyer, einer Redakteurin und Übersetzerin sowie Kulturmanagerin und Sprachlehrerin deutsch-chilenischer Herkunft. Das abwechslungsreiche Programm diente der Vermittlung, Förderung und Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur und spiegelte zugleich die Präsenz der deutschstämmigen Gemeinschaft in Chile wider. Beteiligt waren verschiedene chilenisch-deutsche Institutionen, darunter das Goethe-Institut Chile, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sowie die Deutsche Botschaft in Santiago.

Erstmals nahm auch die Wikimedia-Bewegung an der Veranstaltung teil. Im Rahmen des Vortrags „Chile auf Deutsch“, der von José Ignacio Gallardo (Wikipedia-Autor seit 2008) präsentiert wurde, stellte sich die Bewegung am Samstagnachmittag, dem 11. Oktober, im Palast Ross vor – dem Sitz des Deutschen Clubs von Valparaíso, einem Gebäude von historischer, kultureller und denkmalpflegerischer Bedeutung, entworfen vom chilenisch-deutschen Architekten Juan Eduardo Fehrmann. Unter den Anwesenden waren Deutschlehrkräfte sowie ein Germanistikstudent.
Vorgestellt wurde das Projekt „Wiki für Minderheiten“, das darauf abzielt, Inhalte über Chile aus chilenischer Perspektive und mit chilenischer Erzählweise in der deutschsprachigen Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten auszubauen. Einige Teilnehmende lernten dabei erstmals die Arbeit der Wikimedia-Bewegung in Chile und weltweit kennen. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus: Während manche bereits mit den Aktivitäten von Wikimedia Deutschland, Wikimedia CH und Wikimedia Österreich vertraut waren, konnten bei anderen Vorbehalte gegenüber dem Konzept des freien Wissens ausgeräumt werden.
Die insgesamt positive Resonanz zeigte sich im großen Interesse, den Austausch fortzusetzen und sich möglicherweise selbst an der Autorengemeinschaft zu beteiligen – sei es durch das Ergänzen von Informationen über Chile in deutscher Sprache oder durch Übersetzungen ins Spanische von Inhalten über den deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus wurde betont, wie wichtig es ist, aus einer sprachlichen Minderheit heraus sichtbar zu sein und zur Förderung des freien Wissens beizutragen. Gerade in einem Land wie Chile, in dem die deutschsprachige Gemeinschaft nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmacht, bedeutet dies, Stimmen und Perspektiven einzubringen, die sonst oft ungehört bleiben.
Das Projekt versteht sich auch als kulturelle Brücke zwischen Chile und dem deutschsprachigen Raum. Die Erweiterung deutschsprachiger Inhalte über Chile kann künftig zahlreiche Vorteile bringen – etwa im akademischen und wissenschaftlichen Austausch, in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit oder im Bereich des Tourismus. So trägt „Wiki for Minorities“ dazu bei, gegenseitiges Verständnis und interkulturellen Dialog zu fördern und Wissen aus dem globalen Süden in der deutschen Wikipedia sichtbarer zu machen.
Zum Ausklang traf man sich bei Kaffee und Gesprächen auf Spanisch und Deutsch, tauschte Erfahrungen aus und diskutierte Anregungen dazu, wie Themen und Formate weiterentwickelt werden können, um künftig noch mehr Beteiligung zu ermöglichen.
Wir hoffen, aus dem südlichsten Land der Welt heraus dazu beizutragen, dass unterschiedliche Stimmen gehört werden und Wissen aus unseren Gemeinschaften in der deutschsprachigen Wikipedia Platz findet.
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