Wir begrüßen die neue CEO der Wikimedia Foundation

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Das Kuratorium der Wikimedia Foundation hat Bernadette Meehan zur neuen Geschäftsführerin (CEO) der Wikimedia Foundation ernannt. Sie wird offiziell am 20. Januar 2026 anfangen. Die aktuelle CEO Maryana Iskander wird bis dahin im Amt bleiben, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.

Bernadette hat sich in ihrer Karriere auf Aufgaben konzentriert, die missionsgetrieben und im öffentlichen Dienst sind. Zuletzt war sie von 2022 bis 2025 US-Botschafterin in Chile. Davor war sie als Executive Vice President für globale Programme bei der Obama Foundation tätig, wo sie internationale Führungsprogramme in Afrika, Asien (pazifischer Raum), Europa, Lateinamerika und Südasien entworfen und geleitet hat. Bernadette hat ihr ganzes Leben lang Communityarbeit und Zusammenarbeit als Prioritäten betrachtet. Mehr über ihren Hintergrund kannst du weiter unten und in der Pressemitteilung nachlesen.

Bernadette stößt in einem wichtigen Moment zur Foundation, an der Schwelle zum 25. Wikipedia-Geburtstag. Die Welt steht vor beispiellosen sozialen, technologischen, regulatorischen und generationalen Veränderungen. Die Art und Weise, wie Menschen Informationen suchen und finden, verändert sich. Da der Einfluss von Wikipedia gewachsen ist, ist es auch wichtig, sicherzustellen, dass Menschen und Entscheidungsträgerːinnen das Wikipedia-Modell verstehen und zu seiner Zukunft beitragen. Jetzt mehr denn je müssen wir das Bewusstsein für die Wikimedia-Projekte erhöhen, und Bernadette wird die richtige Führungskraft sein, um die Foundation in dieser neuen Ära zu leiten.

Mehr über Bernadette erzählt sie selbst:

Hallo! Hola! Marhaba!

Ich bin beeindruckt von der Brillanz und dem Mut der Wikimedia-Projekte und fühle mich demütig und privilegiert, Teil dieser Bewegung zu werden.

In den letzten Monaten habe ich angefangen, mehr über eure Arbeit, eure Communitys, eure Herausforderungen und – vor allem – eure Wirkung zu erfahren. Mein Weg bis hierher ist eher unkonventionell, aber ich habe entdeckt, dass ich Ethos, Mission und Werte der Wikimedia Foundation zutiefst teile. Ich möchte kurz erzählen, was mich zu euch gebracht hat.

Ich wurde in der Bronx geboren (wo auch mein Vater und meine Großeltern aufgewachsen waren) und bin in Pleasantville, New York, großgeworden. Mit 16 Jahren bin ich als Austauschschülerin nach Rio Gallegos in Argentinien gezogen. Ich habe eine neue Sprache gelernt und mich neuen Perspektiven gegenüber geöffnet (Joaquín Torres Garcías Zeichnung América Invertida hat mich stark beeinflusst). Über 30 Jahre später ist meine argentinische Gastframilie noch immer ein wertvoller Teil meines Lebens und mein Spanisch wird von einem deutlichen argentinischen Akzent geprägt.

Ich habe meinen Abschluss am Boston College gemacht und anschließend bei J. P. Morgan gearbeitet. Dort habe ich geholfen, eine ihrer ersten webbasierten Client-Plattformen zu entwerfen. Als es mich zum öffentlichen Dienst hinzog, begann ich 2004 ein neues Kapitel meines Lebens und arbeitete nun für das Außenministerium. Als Beamtin des Auswärtigen Dienstes lernte ich von Menschen mit unterschiedlichen politischen, kulturellen und ideologischen Perspektiven. Ich war in Kolumbien, im Irak und in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert und hatte auch in Washington D. C. verschiedene Funktionen im Außenministerium und im nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses inne. Ich habe Arabisch gelernt, darunter العربية الفصحى, was immer wohlwollendes Lachen hervorruft, wenn ich es auf den Straßen Kairos benutze. Manchmal werden wir zynisch, wenn wir durch die Welt ziehen, und es ist wichtig, zu versuchen, Optimismus wiederzufinden. Deshalb habe ich mich von einer hohen Position im nationalen Sicherheitsrat zurückgezogen, um ein Jahr lang an der Georgetown University zu unterrichten. Von Studierenden umgeben zu sein, hat mir neue Energie, einen Sinn und die Überzeugung gegeben, dass wir ständig neue Ideen brauchen, um die Welt zu verbessern.

2017 half ich Präsident Obama und seiner Frau bei der Gründung der Obama Foundation mit der Mission, Menschen zu helfen, eine Welt mit mehr Chancen, Beteiligung und Vertrauen zu schaffen. Ich habe die Gestaltung von Entwicklungsprogrammen für Führungskräfte in Afrika, Asien (pazifischer Raum), Südasien, Europa und Lateinamerika angeleitet. Die Programme zielten auf Führungskräfte im öffentlichen Sektor, in der Zivilgesellschaft und im privaten Sektor ab, die Engagement für die Förderung des Gemeinwohls gezeigt haben. Ich habe aus erster Hand gesehen, wie Individuen, die durch gemeinsame Prinzipien verbunden sind, greifbare, kollektive und bleibende Wirkung erzielen können.

Im Jahr 2022 kehrte ich in den öffentlichen Dienst zurück und ging als US-Botschafterin nach Chile, ein Land, das ich als 17-Jährige erstmals besucht hatte. Ich hätte mir nie erträumt, dass ich 30 Jahre später als US-Botschafterin zurückkommen würde. Die Leitung einer großen Botschaft war sehr lehrreich: Meinungsverschiedenheiten sind kein Scheitern; Offenheit ist eine Stärke; Fakten, Daten und Transparenz bauen Vertrauen auf; respektvolle Diskussionen sind möglich – und etwas Gutes –, wenn sie auf verlässlichen Quellen beruhen; einander zu beschimpfen ist gemein und unproduktiv; Bitterkeit ist zerstörerisch; Prozesse sind wichtig; und Zusammenarbeit führt zu besseren Ergebnissen.

Einige meiner wichtigsten Errungenschaften waren Partnerschaften, die ungeachtet der Unterschiede geschlossen wurden, aber auf einem gemeinsamen Ziel und einem gemeinsamen Verständnis beruhten. Ich möchte drei Projekte hervorheben, die ich unterstützt habe und die in vielerlei Hinsicht auch den Geist eurer Arbeit widerspiegeln.

  1. Das Humboldt-Unterseekabel, das erste Unterseekabel, das Südamerika mit Asien verbindet und digitale Vernetzung transformieren soll.
  2. Astronomische Initiativen, wie das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) – derzeit das mächtigste Radioteleskop der Welt –, das Vera C. Rubin Observatory und das Giant Magellan Telescope, das das größte öffentlich-private Wissenschaftsprojekt in der Geschichte wird, sobald es abgeschlossen ist. Diese Bemühungen vereinen internationale Partner, die das Verständnis der Menschheit für das Universum erweitern wollen.
  3. Die Freigabe und Übersetzung auf Spanisch von US-Regierungsdokumenten zu den Ereignissen in Chile von 1968 bis 1991. Als Teil einer breiteren Transparenzbemühung war eines der Hauptziele, sicherzustellen, dass die chilenische Bevölkerung direkten Zugang zu Informationen über ihre eigene Geschichte hat, was ihnen die Möglichkeit gibt, sich informierte Ansichten über die Ereignisse zu bilden.

Meine größte Freude als Botschafterin war es immer, Menschen zu treffen und ihre Geschichten und Erfahrungen zu hören, von Fischerdörfern entlang der Pazifikküste über die Parlamentsräume bis hin zu Schaffarmen in Patagonien, Bergarbeitersiedlungen sowie indigenen Gemeinschaften in der Atacama-Wüste, Araucanía und Tierra del Fuego.

Jeder Schritt meiner Reise hat mir neue Fähigkeiten vermittelt und mich auf unerwartete Weise herausgefordert. Jedes Kapitel hat geprägt, wer ich bin und wie ich mit der Welt umgehe, und mir Neugier, Innovation, Widerstandsfähigkeit, Freundlichkeit und Demut mitgegeben. Die größte Belohnung meiner Karriere war, gleichermaßen als Führungskraft und Lernende mit außergewöhnlichen Teams gemeinsam zu wachsen.

Wie viele Menschen bin ich schon lange begeisterte Wikipedia-Leserin, war aber nie selbst Beitragende. Je mehr ich gelernt habe, desto mehr schätze ich unsere gemeinsamen Bemühungen: missionsgetriebene Arbeit, die Beteiligung vielfältiger Akteur:innen, die Bewältigung komplexer Herausforderungen, die Pflege von Neugier und Optimismus, und die Überzeugung, dass Prinzipien nicht nur anleiten, was wir tun, sondern auch, wie wir es tun. Deshalb freue ich mich wirklich, zur Foundation zu kommen.

Das Engagement, die Kreativität, die Freude und die Widerstandsfähigkeit dieser Community inspirieren mich. Im Jahr 2026, wenn Wikipedia 25 Jahre alt wird, werden wir über 65 Millionen Artikel in mehr als 300 Sprachen feiern, die von fast 250.000 Menschen geschrieben, bearbeitet und überprüft werden, von Freiwilligen aus der ganzen Welt … von euch allen!

Während wir diesen Moment voller Möglichkeiten erreichen, stehen wir auch vor großen, komplexen Herausforderungen. In der KI-Ära sind menschliches Wissen, Vertrauen, Transparenz, Neutralität und Zusammenarbeit wichtiger denn je. Ihr seid die Augen und Ohren der Welt, Zeug:innen der Geschichte und Verwalter:innen der Erinnerung. Es ist eine außergewöhnliche Verantwortung und auch Berufung, diese Projekte stetig zu verbessern!

Ich hoffe, dass wir zusammen mutig sein, Risiken eingehen, Spaß haben und weiterhin eine gemeinsame Zukunftsvision gestalten können. Ich bin bestrebt, die Foundation mit Transparenz, Integrität, Optimismus und Respekt für das Modell der von Freiwilligen angetriebenen Governance zu leiten. Wenn ich diese Rolle übernehme, ist mein Fokus klar: zuzuhören, zu lernen und Menschen dabei zu helfen, ihre Arbeit bestmöglich zu tun. Ich bin Maryana dankbar, dass sie ihr Wissen mit mir geteilt und sich für einen reibungslosen und bedachten Übergang eingesetzt hat.

Ab dem 20. Januar werde ich Treffen in deiner Nähe rund um den Puzzleball-Globus besuchen – online und offline, mit Wiki-Communitys und -Affiliates, Angestellten der Foundation und anderen Partnern. Als Grundlage für unsere ersten Gespräche würde ich gern erfahren:

  1. Wie bist du zur Wikimedia-Bewegung gekommen?
  2.  Wie bleiben wir in den nächsten 25 Jahren relevant?
  3.  Welche drei Wiki-Materialien sollte ich als erstes lesen?

Ihr kennt eure Communitys am besten und eure Einsichten werden meinen weiteren Weg anleiten.

Vor 25 Jahren war Wikipedia nur ein Traum. Heute ist sie das Rückgrat des Wissens im Internet. Empowerment. Chancen. Zusammenarbeit. Konsens. Hoffnung.

Danke, dass ihr mich willkommen heißt. Ich freue mich darauf, euch alle kennenzulernen und unsere Zukunft gemeinsam aufzubauen.

Saludos,
Bernadette

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