Die Fotoausstellung “War destroys monuments” war in Frankfurt (Oder) zu sehen

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Im Februar und März zeigte die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) eine Ausstellung mit Fotos aus der Sonderkategorie “War destroys monuments” („Krieg zerstört Denkmäler“) des Fotowettbewerbs „Wiki Loves Monuments Ukraine“, der jährlich von Wikimedia Ukraine organisiert wird.

Russlands Invasion in der Ukraine dauert nun schon das fünfte Jahr an, und neben den menschlichen Opfern und den wirtschaftlichen Auswirkungen haben auch kulturelle Denkmäler Schaden genommen. Erst am 24. März 2026 traf ein russischer Drohnenangriff ein Gebäude im Bereich des Bernhardinerklosters aus dem 17. Jahrhundert innerhalb des Weltkulturerbes von Lemberg. „Lemberg – das Ensemble des historischen Zentrums“ wurde 1998 in die UNESCO-Liste aufgenommen und 2023 der Liste des gefährdeten Weltkulturerbes der Organisation hinzugefügt. Der Angriff auf Lemberg war Teil des größten und längsten Luftangriffs auf die Ukraine seit Beginn der groß angelegten Invasion im Jahr 2022. Die Stadt, in der ein großer Teil des kulturellen Erbes der Ukraine beheimatet ist, wurde am helllichten Tag vor den Augen der ganzen Welt angegriffen.1

Insgesamt haben russische Streitkräfte in den vier Jahren des umfassenden Krieges laut den neuesten Daten des ukrainischen Kulturministeriums 1.685 Kulturerbestätten in der Ukraine zerstört oder beschädigt. Seit 2023 dokumentieren wir im Rahmen des Fotowettbewerbs „Wiki Loves Monuments“ die Folgen der russischen Verbrechen gegen das ukrainische Kulturerbe in der Sonderkategorie „Krieg zerstört Denkmäler“.

Bild von Wikimedia Ukraine, CC BY-SA 4.0 (enthält Werke von Renata Hanynets und Valentyn Moiseenko, CC BY-SA 4.0)

Die von der Viadrina-Universität organisierte Ausstellung zeigte 20 Fotos von zerstörten und beschädigten Denkmälern aus verschiedenen Regionen der Ukraine, die für diese Sonderkategorie eingereicht worden waren. Dazu gehörten zum Beispiel ein Foto der Ruinen der hölzernen Kirche der Geburt der Gottesmutter im Dorf Viazivka im Gebiet Schytomyr, die am 7. März 2022 durch russischen Beschuss zerstört wurde, oder ein Foto des „Stores“, eines historischen Gebäudes am Verfassungsplatz in Charkiw, das am 2. März 2022 durch einen russischen Raketenangriff beschädigt wurde.

„Die hier gezeigten Bilder erzählen eine visuelle Geschichte davon, welchen Tribut die russische Großinvasion in der Ukraine vom kulturellen Erbe fordert – im Krieg zerstörte Gotteshäuser, unter Beschuss stehende Wohnhäuser und Bildungseinrichtungen, beschädigte Bibliotheken, Theater und Denkmäler und so weiter. Raketen, Flugkörper, Drohnen… Vier Jahre Dokumentation von Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung und das kulturelle Erbe,“ schreiben die Austellungsgestaltenden.

Die Spaso-Preobrazhenski-Kathedrale nach dem Raketenangriff / © 2023 Odesa; Oleksandr Voropaiev / foto-still.com

Die Ausstellung wurde von Renata Hanynets initiiert, einer Teilnehmenden von „Wiki Loves Monuments“ aus den vergangenen Jahren, Doktorandin am Lehrstuhl für Kulturerbeforschung an der Europa-Universität Viadrina und Mitarbeitender des Kompetenznetzwerks Interdisziplinäre Ukrainistik Frankfurt (Oder) – Berlin (KIU).

„Seit Russland seine groß angelegte Invasion gestartet hat, ist die Ukraine auf den Seiten der Zeitungen weltweit nicht mehr wegzudenken. Im Mittelpunkt stehen die menschlichen Verluste, die humanitäre Katastrophe und die Zerstörung der Infrastruktur. Doch der Verlust des kulturellen Erbes bleibt oft im Schatten. Zerstörte Museen, ausgebrannte Archive, beschädigte Kirchen und historische Gebäude schaffen es nicht immer ins Rampenlicht der Medien, obwohl ihre Zerstörung nicht nur einen materiellen, sondern auch einen symbolischen Verlust repräsentiert.

„Krieg zerstört nicht nur Gebäude – er zerstört Erinnerungen, historische Kontinuität und kulturelle Identität. Die Zerstörung des Kulturerbes ist ein Versuch, einer Community ihre kulturelle Grundlage zu nehmen. Die Idee für die Ausstellung entstand aus dem Bedürfnis heraus, zu zeigen, dass hinter jeder Ruine eine Geschichte steckt – architektonisch, künstlerisch, menschlich –, die uns wichtig ist“, sagt Renata Hanynets.

Die Ausstellung fand im Hauptgebäude der Viadrina-Universität (HG) statt.

Der letzte „Wiki Loves Monuments“-Fotowettbewerb fand im Oktober 2025 in der Ukraine statt. Die Ergebnisse des Wettbewerbs von 2025 werden derzeit noch zusammengestellt, aber du kannst dir die Ergebnisse der Sonderkategorie für 2023 und 2024 ansehen.

„Die Europa-Universität Viadrina bietet Raum für Kulturprojekte, und die Studentenorganisation ASTA kann Projekte finanziell unterstützen, wenn sie diese für förderungswürdig hält. Ich dachte, das wäre eine perfekte Gelegenheit, die Fotos zu zeigen, um das Interesse am Krieg in der Ukraine und am aktuellen Zustand des kulturellen Erbes zu wecken. Ich habe eher als Vermittler zwischen Wikimedia Ukraine und der Viadrina-Universität fungiert. Ich habe Wikimedia Ukraine kontaktiert, um die Berechtigungen zur Nutzung der Fotos sowie Ratschläge für eine optimale Präsentation einzuholen, habe den Ausstellungskoordinator an der Viadrina nach einem möglichen Termin gefragt und die ASTA-Einzelförderung beantragt.

Das Layout entstand während der Stromausfälle in der Ukraine, aber ich habe von niemandem Beschwerden gehört. Einmal war es sogar lustig: Als ich um etwas Zusätzliches bat, kam die Antwort: „Ja, sag mir, welche Anforderungen du hast – ich habe noch eine Powerbank für 30 Minuten.“ Von meiner Seite aus – es brauchte nur ein paar Klicks, um den Druck zu bestellen, meine Bestellung bei der Post abzuholen, und nur eine Stunde, um die Fotos in die Rahmen zu stecken und sie den Mitarbeitenden zu geben, damit sie sie an die Wand hängen…“, reflektierte Renata Hanynets über den Organisationsprozess.

Ausstellung an der Viadrina-Universität (Foto: Renata Hanynets, CC BY-SA 4.0)

Die Ausstellung stieß sowohl bei Studierenden und Universitätsmitarbeitenden als auch bei den Einwohnern der Stadt auf großes Interesse. Ein weiterer Faktor, der die Aufmerksamkeit auf sich zog, war die Präsenz der Lehrstühle an der Universität – „Verflochtene Geschichte der Ukraine“ (der einzige in Deutschland) und der Lehrstuhl für Kulturerbeforschung – sowie des neu gegründeten Kompetenznetzwerks für interdisziplinäre Ukrainistik Frankfurt (Oder) – Berlin (KIU), das die Relevanz und Sensibilität dieses Themas unterstreicht. Gleichzeitig lässt sich das Interesse auch dadurch erklären, dass seit Beginn des offenen Krieges eine beträchtliche Anzahl von Flüchtlingen aus der Ukraine in der Stadt lebt.

Notes:

  1. Nach dem russischen Angriff auf Lemberg gab die UNESCO eine Erklärung ab, in der sie ihre tiefe Besorgnis zum Ausdruck brachte und daran erinnerte, dass Kulturgüter durch die Haager Konvention von 1954 und die Welterbekonvention von 1972 geschützt sind, obwohl Russland in dieser Erklärung nicht namentlich als Täter genannt wurde. Das ukrainische Institut für Nationales Gedächtnis, eine Regierungsbehörde, forderte, Russlands Mitgliedschaft in der UNESCO zu widerrufen, und fügte hinzu: „Die ständigen Angriffe auf das Kulturerbe der Ukraine, das unter dem Schutz der UNESCO steht, sind eine bewusste Richtlinie des Kremls, die darauf abzielt, das nationale Gedächtnis und die kulturelle Identität der Ukraine zu zerstören.“  ↩︎

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